historische schätze
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Wenn Sie durch Meindorf gehen, vermuten Sie ganz bestimmt nicht, welche historischen Schätze unmittelbar neben Ihrem Weg liegen. Sie sehen alte Fachwerkhäuser, solche bei denen das Fachwerk noch sichtbar ist und andere die bereits verputze Fassaden besitzen. Wer würde vbaumeister-kleinermuten, dass es hier noch Häuser gibt, unter denen Keller liegen die 400 Jahre alt sind?

Es war um das Jahr 1600, in der Zeit zu der es noch den Meindorfer Turmhof gab, als der Gewölbekeller der Familie Gies, schräg gegenüber der Meindorfer Kirche gebaut wurde. Der Keller, dessen Gewölbe aus mächtigen Quadern zusammengefügt wurde, ist phantastisch erhalten. Auch nach 400 Jahren ist die Bogendecke fast makellos, zwischen den Steinen des Gewölbes gibt es so gut wie keine Fugen. Der ursprüngliche Eingang ist ein formschöner Rundbogen, in den die Jahreszahl 1613 eingemeißelt ist. Überall auf den Steinen, die das Gewölbe bilden, befinden sich Zeichenkombinationen, die dem damaligen Baumeister sagten, an welcher Stelle des Gewölbes er die Steine einzusetzen hatte. Jeder Stein hatte bestimmte Winkel an den Seitenflächen und damit einen genau definierten Platz im Bauwerk.  Es ist ein   „Tonnengewölbe“      mit rechteckigem Grundriss, das hier gebaut wurde.  Tonnengewölbe gab es schon bei den Ägyptern und in der römischen Zeit hatten sie eine große Bjahreszahl2-kleinedeutung.

Man findet die typische Bogenform, die eine sehr hohe statische Festigkeit gibt, auch im Straßenbau und bei Brücken. Tonnengewölbe halten sehr hohe Lasten aus. In den Zeiten des zweiten Weltkriegs diente dieses Gewölbe auch als Luftschutzkeller.

Ein zweiter Keller in der typischen Form des Tonnengewölbes befindet sich in der Straße „Am Weiher“. Das Haus der Familie Schulz, inzwischen restauriert, steht genau dort wo sich vor 400 Jahren der Turmhof befunden haben muss. Das Gewölbe ist allerdings nicht aus dieser Zeit. Es ist aus gebrannten Ziegelsteinen gebaut und schätzungsweise um die 200 Jahre alt. Aber auch dieser Gewölbekeller lässt erahnen, wie wichtig es für unsere Vorfahren war, Möglichkeiten für eine kühle Aufbewahrung von Vorräten zu haben.

 

Günther Wippenhohn                                                                                                                        *

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Gewölbekeller der Familie Schulz, Am Weiher