Durch das Indianertal zum Kazzepool

1-berarMan sieht das Tal schon auf dem Weg zum Fußballplatz: Auf der rechten Seite, wo ganz früher einmal ein toter Siegarm war, fängt dort wo man die alten Eichen sieht das „Indianertal“ 1) an.  Man schleicht sich am besten über den kleinen Feldweg in der Mitte zwischen Lichweg und Sportplatz an, dann am Ende des Weges rechts über die Weide und ist bereits am Eingang zum Tal angelangt. Spannend in den Abendstunden, wenn keine Pferde mehr da sind, unheimlich im Herbstnebel. Leicht fällt das Gelände am Anfang ab, hinunter in den alten Siegarm, zu beiden Seiten die 100-jährigen Eichen. Hier war früher das wilde Flussbett der alten Sieg, als es noch keine festen Wege und Deiche gab. Beweg Dich vorsichtig, schau nach rechts und links und achte auf die Raubvögel, die über Dir ihre Schreie ausstoßen. Wer weiß, wer Dich vom Rand des Tal aus beobachtet! Der Boden unter Dir ist vom Laub der Eichen bedeckt, wenig Gras, aber viele trockene Äste, die  immer wieder unter Deinen Füßen knacken. Das Tal fällt immer mehr ab, je weiter Du gehst. Kannst Du Dir vorstellen, welche gefährlichen Strudel 2-bearbfrüher in diesem alten Flussbett verborgen waren?  Dann erkennst Du vor Dir eine Wasserfläche. Unten, tief am Endes des Tales, mitten zwischen den riesigen Bäumen liegt er, still und gruselig: Der „Kazzepool“ 2). Täusche Dich nicht, es ist nicht nur ein kleiner Tümpel! Keiner weiß, wie tief er ist. Gefährlicher Sumpf soll ganz unten sein. Und frage nicht, was auf seinem Grund liegt. Gruselige Geschichten erzählen die Alten im Dorf. Aber keiner rückt so richtig mit der Sprache heraus. Sicher ist nur, dass nicht wenige Lebewesen, besonders Katzen,  hier schon ihren Tod gefunden haben. An Novembertagen bilden die Nebel über dem kleinen See unheimliche Formen. Du hörst weit entfernt das leise Miauen von Katzen und Du spürst den Nebel, der wie ein längst vergangenes Lebewesen über Dein Gesicht streicht.

 

1)  „Indianertal“ ist natürlich keine alte Bezeichnung, sondern wurde  von meinen Kindern geprägt.

2)  „Kazzepool“ ist eine alte Meindorfer Flurbezeichnung

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